Mein lieber Bruder Frank

Lieber Frank, unsere Zeitlinie ist uns vorgegeben, unser Vorteil das wir nicht wissen was die Zeit mit uns vor hat……..

Am 21.04.2018 wärst Du 70 Jahre geworden leider hast Du es nicht geschafft, dabei hast Du mir gesagt mit voller Hoffnung, dass Du es werden willst und mit mir zusammen Deinen Runden feierst.
Ich weiß die Krankheit die Du bekommen hast ist nicht leicht. Du bist aber mit voller Kraft an diese Sache gegangen und hast Dich gut geschlagen. Du bist der letzter von uns der sie bekam. Ungerecht! Denn ich hoffte, wünschte sehr das Du verschonst bliebst, deswegen ist dies auch alles so schwer zu verstehen.
Als Du krank wurdest haben wir viel geredet und einiges besprochen. Ich weiß auch warum Du aufgegeben hast, obwohl ich es erst nicht verstanden habe.
Aber weil ich genau gespürt habe, wie es Dir ergangen ist im Verlauf seit Du die Krankheit hast und was es für Dich bedeutet hat diese Krankheit zu bekommen, verstehe ich nun Deinen Weg.
Du hast damals an meinem Bett gesessen und es nicht verstanden, was mit mir geschah. Nun weißt Du es wie es mir damlas erging, denn nun geschah mit Dir das gleiche.
Habe Dich aus Deinen Tiefs befreit und gab Dir neue Hoffnung, leider hast Du doch aufgegeben………
Es ist nicht einfach, dass zu akzeptieren, ich weiß wie Du gelitten hast und deswegen akzeptiere ich Deinen Weg.
Ich weiß ja was Du gerne für ein Lied hören wolltest und kenne Deinen letzten Wille, wenn wir von Dir Abschied nehmen. Ich hoffe das Du nun Deine Ruhe findest, alles was ich Dir im Falle Deines sterben damals versprochen hatte, habe ich erledigen können. Doch eines konnte ich nicht erfüllen und hoffe Du verzeihst mir.
Es lag nicht in meiner Händen, Du weißt genau wer es verbockt hat und nicht Deinen letzten Wille respektierte. Ich hoffe das diese Menschen dafür Ihre gerechte strafen bekommen.
Mein Brüderchen, wir haben viel, viel Zeit zusammen verbracht, keine Minute bereue ich davon, auch die schweren Zeiten nicht. Denn diese Zeiten haben uns in der Zukunft näher zusammen rücken lassen und uns gestärkt.

Ich trage Dich in meinem Herzen und ich weiß, es wird einen Zeitpunkt geben, wo wir wieder zusammen sein werden und dann spielt Zeit keine Rolle mehr.
Ich werde immer sehr oft an dem Ort kommen, den wir zusammen sehr mögen und dort mit Dir in meinem Herzen unsere gemeinsame Zeit genießen, indem ich dort alles abrufe und dann bei Dir bin.
Mein lieber Bruder, ärgere Dich nicht über das, was Du nun sehen wirst, dort wo Du nun bist. Wir wissen beide sehr genau das diese Menschen kein Herz oder Gewissen haben.


Ich habe unseren Eltern als Sie starben einen Nachruf geschrieben, den man im Internet lesen kann. Nun mache ich es auch für Dich mein lieber Bruder, weil ich Dich sehr lieb habe und Du mir sehr fehlst.
Übersende unserem Bruder und Eltern viele Grüße und das ich Sie lieb habe und alle sehr vermisse, nun auch leider Dich.

Nun hier Dein Wunsch und ein weiteres Versprechen was ich Dir gab……..unter Tränen und tiefen Trauer in meinem Herzen schreibe ich  dies so wie es Dein Wille war und wie wir es besprochen haben…


 

"Also ... ich habe gute und schlechte Nachrichten. Die schlechte ist, dass ich tot bin, offensichtlich. Die gute ist, wenn ihr das lesen könnt, seid ihr es definitiv nicht (es sei denn, es gibt W-LAN im Leben nach dem Tod). Ja, das ist scheiße. Es ist mehr als scheiße, aber ich bin verdammt froh, dass ich ein Leben voller Liebe, Freude und großartiger Freunde hatte. Ich bin glücklich sagen zu können, dass ich wirklich nichts bereue und ich jeden Funken Energie dazu genutzt habe, mein Leben in vollen Zügen zu leben. Ich liebe Euch alle und danke Euch für dieses wunderbare Leben. 
Welche Religion auch immer Euch Trost spendet, ich bin froh, dass sie das tut. Aber bitte respektiert, dass ich nicht religiös war. Bitte, bitte, bitte denkt nicht, dass ich im Himmel bin. Ihr würde denken, dass das heißt, dass ich entschieden habe woanders zu sein und Euch zu verlassen. In Wirklichkeit habe ich alles getan um bei Euch zu sein und nirgends, NIRGENDS würde ich lieber sein als bei Euch. Alles ist nun verwirrend für Euch, denn ich bin nicht im Himmel. Ich bin hier. Aber nicht mehr in dem beschissenen Körper, der sich gegen mich gewendet hat. Meine Energie, meine Liebe, mein Lachen, diese unglaublichen Erinnerungen, sie sind alle hier bei Euch. Denkt nicht mit Mitleid oder Traurigkeit an mich. Lächelt im Wissen, das wir einen Riesen-Spaß zusammen hatten und diese Zeit UNGLAUBLICH war. Ich hasse es, verdammt nochmal meine Liebenden traurig zu machen. Mehr als alles andere liebe ich es, meine Liebenden zum Lachen zu bringen, also statt bei dem tragischen Ende meiner Geschichte zu verbleiben, lacht über unsere Erinnerungen und den Spaß, den wir hatten. 

Es ist eine seltsame Sache, Sterblichkeit mit gerade einmal 69 Jahren zu begreifen und zu akzeptieren. Es ist eines dieser Dinge, die man am liebsten ignoriert. Die Tage vergingen und man erwartet, das alles immer so weiterläuft. Ich hatte mir immer vorgestellt, mit den Liebenden meines Lebens alt, grau und faltig zu werden.

Ich wollte das so sehr, dass es schmerzt.
So ist das mit dem Leben: Es ist zerbrechlich, kostbar, unberechenbar und jeder Tag ist ein Geschenk, kein gegebenes Recht.

 

Ich bin jetzt 69. Ich wollte noch nicht gehen. Ich liebte mein Leben. Ich war glücklich, das verdanke ich meinen Liebsten. Aber die Kontrolle darüber lag nicht mehr in meinen Händen. Ich habe diesen 'Brief bevor ich sterbe' nicht angefangen mit meinem Bruder zu verfassen, damit der Tod gefürchtet wird – mir gefiel es, dass wir uns über seine Unvermeidlichkeit keine großen Gedanken machen. […] Obwohl ich es immer tat in den letzten Wochen mit Ingo. Ich will einfach, dass die Menschen aufhören, sich über kleine, unbedeutende Ärgernisse im Alltag aufzuregen, und stattdessen daran denken, dass uns am Ende alle das gleiche Schicksal erwartet. Also gibt Euer Bestes, um die Zeit, die Ihr habt, so schön wie möglich zu verbringen, und beachte all den Mist einfach gar nicht.”

“Seit für jeden Tag ohne Schmerzen dankbar – und selbst an den Tagen, an denen Ihr Euch unwohl fühlt, die Männergrippe habt, Euer Rücken schmerzt oder Ihr einen verstauchten Knöchel habt:
Findet Euch damit ab. Ja, es ist scheiße, aber seit dankbar, dass es nichts Lebensbedrohendes ist und wieder verschwinden wird.

Ihr Lieben, jammert nicht so viel! Und helft euch gegenseitig viel mehr.”

“Hört Musik, aber höre dabei auch richtig zu! Musik ist wie eine Therapie. Je älter, umso besser.

Streichelt Eure Enkel. Das werde ich ganz besonders vermissen.

Rede mit Euren Freunden und legt dabei das Handy weg. Geht es ihnen gut?

Verreise, wenn es Euch glücklich macht, ansonsten lasst es sein.

Arbeite, um zu leben, nicht umgekehrt.

Ganz ehrlich, mache, was auch immer Euch eine Freude bereitet.

Iss den Kuchen ganz ohne Schuldgefühl!

Sage auch mal nein, wenn du etwas nicht machen möchtest.

Lasse Euch nicht von anderen Menschen unter Druck setzen, die zu wissen meinen, was ein erfülltes Leben ist. Vielleicht seit Ihr ja mit einem durchschnittlichen Leben zufrieden.

Sage Euren Liebsten, dass Ihr sie liebt, wann immer Ihr die Chance dazu habt. Liebe sie von ganzem Herzen.

Tue einem anderem Menschen das nicht an, was Du nicht willst das man es Dir an tut."

 

Behaltet mich in guter Erinnerung und tragt mich im Herzen weiter, vergesst mich nicht.

 

Euer Frank

 

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© Michael-Ingo Gies, April 2026